Feminismus

Feminismus meint aktivistisches und politisches Handeln von und für Menschen, die durch →Gender diskriminiert werden. Feministisch zu handeln, heißt sich gegen →Trans*-Diskriminierung, →Inter*-Diskriminierung, →Queer-Feindlichkeit und Frauen*feindlichkeit einzusetzen. Um diese und weitere auf Gender bezogene Diskriminierungen bei der Wurzel zu packen, bedeutet feministisches Handeln auch die Einteilung in Geschlechter grundsätzlich in Frage zu stellen. Feminismus hinterfragt also die Einteilung nach Gender und betrachtet gleichzeitig die realen Auswirkungen der Gender-Schubladen, wie zum Beispiel die strukturellen Diskriminierungen von Trans* Personen in →patriarchalen Gesellschaften. Feministisches Handeln gibt es, seitdem Menschen aufgrund von Gender-Schubladen diskriminiert werden und sich dagegen wehren und miteinander verbünden.


Verschiedene Formen von Diskriminierung (oder Privilegierung) sind immer miteinander verbunden und wirken gleichzeitig. Zum Beispiel sind Menschen mit →BeHinderungen und Trans* Personen →of Color verstärkt von genderbezogener Gewalt betroffen.

Weil es darum geht, alle Menschen von genderbezogener Gewalt zu befreien, ist Feminismus immer auch intersektional. Das bedeutet, Feminismus ist nur Feminismus, wenn er →rassismus-kritisch, →entHindernd, →psychismus-kritisch, →antisemitismus-kritisch, kapitalismus-kritisch, →nationalismus-kritisch, →dekolonial und →lebendig verbunden ist. Alle Formen von Kritik an genderbezogenen Diskriminierungen, die gleichzeitig andere Diskriminierungen ausüben, verstehen wir deshalb nicht als Feminismus.

Zum Weiterlesen:

  • Patricia Hill Collins »Schwarzes feministisches Denken - Wissen, Bewusstsein und Empowerment«: unrast-verlag.de
  • (auf englisch) »This Bridge Called My Back. Writings from Radical Women of Color«, herausgegeben von Cherrie Moraga und Gloria E. Anzaldua: buch7.de
  • Eine Übersicht über die Geschichte feministischer Bewegungen im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus, gibt es hier: vielfalt-mediathek.de