Rassismus

Rassismus ist die Erfindung, dass es Menschenrassen gäbe und dass Menschen unterschiedlich wertvoll seien. Diese Erfindung soll begründen, dass →weiße Menschen mehr Rechte und Macht haben als →People of Color. Weiße europäische Wissenschaftler begannen vor ungefähr 500 Jahren damit, rassistische Erfindungen zu verbreiten um →kolonialistische Gewalt zu begründen.

Rassismus ist eine strukturelle Diskriminierung. Das bedeutet rassistische Denkweisen wirken auf allen Ebenen der Gesellschaft. Sie prägen das Verhalten, zeigen sich in Gesetzen, in Regeln und in Vorstellungen über Menschen bis hin zu systematischem rechtsextremen Terror. Rassismus bewirkt, dass weiße Menschen in allen Lebensbereichen →privilegiert werden, während People of Color in allen Lebensbereichen Benachteiligung und Gewalt erfahren. Rassismus beginnt mit der sprachlichen Anders-Machung (auf englisch »Othering«) von Menschen, das heißt mit der Einteilung in die Kategorie →Race. Heute beziehen sich rassistische Vorstellungen in weißen →Dominanzgesellschaften oft auf Verallgemeinerungen und Abwertungen von Kultur, also zum Beispiel auf Herkunft, Lebensweise und Religion.

Es gibt verschiedene Formen von Rassismus, zum Beispiel:

Die rassistische Einteilung von Menschen ist in Deutschland eng verknüpft mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Weiße nicht-jüdische Deutsche ermordeten 6 Millionen →Jüdinnen*Juden und mindestens eine halbe Million →Sinti*zze und Rom*nja. Diese Genozide begründeten die Nazis mit rassistischen Vorstellungen. Außerdem ermordeten die Deutschen Hundert-Tausende Menschen, die sie mit Bezug auf die Kategorien →BeHinderung, →Gender, Race, →soziale Herkunft und wegen ihrer Religion oder ihrer politischen Überzeugung verfolgten. Rechtsextreme Einstellungen wirken seit der Nazi-Zeit weiter und werden durch die deutsche Dominanzgesellschaft andauernd normalisiert.

Tipps zum Weiterlesen auf Websites und in Hör/Büchern: