Werde ich diskriminiert?

Info zur Schreibweise: In diesem Text verwenden wir abwechselnd verschiedene Formen gendergerechter Sprache. Damit wollen wir zeigen, wie vielfältig queerer Aktivismus in der deutschen Sprache ist. Die gendergerechten Wörter sind mit einer Erklärung verlinkt.

Woran merkst du, ob du diskriminiert wirst oder privilegiert bist?

Oft erkennen wir (eigene) Diskriminierungen und Privilegierungen gar nicht. Denn sie sind so normal in unserer Gesellschaft, dass wir uns daran gewöhnt haben. Die folgenden Fragen können dir dabei helfen zu verstehen, in welcher Hinsicht du diskriminiert wirst und in welcher Hinsicht du privilegiert bist.

Fragen

  • Welche dieser Fragen helfen dir zu verstehen, welche Diskriminierungen du erfährst oder wo du privilegiert bist?
  • Welche Fragen fehlen hier, um deine Erfahrungen abzubilden?

Ist jede unangenehme Situation eine Diskriminierung?

Nicht jede unangenehme Situation ist diskriminierend. Zum Beispiel ist es unangenehm für privilegierte Menschen, die eigene Mitwirkung in Diskriminierungs-Systemen zu erkennen – aber kein Mensch wird aufgrund seiner Privilegien diskriminiert.

Fragen

  • Welche Gefühle löst es in dir aus, wenn sich andere Menschen ihre Privilegien nicht bewusst machen? Wie gehst du damit um?
  • Gab es Situationen, in denen es dich unangenehm berührt hat, deine Privilegien wahrzunehmen? Wie bist du damit umgegangen?

Handelst du selbst diskriminierend?

Um zu erkennen, inwiefern du selbst diskriminierend handelst, kannst du auf bestimmte Anzeichen achten. Verallgemeinern und Bewerten sind solche Anzeichen für diskriminierendes Sprach-Handeln.

Fragen

  • Wenn du kurz in dich spürst – wie fühlt sich das alles an?
  • Wo erkennst du das Gefühl, nicht verbunden und respektiert zu sein, in deinem Alltag wieder?
  • In welchen Situationen fühlst du dich akzeptiert, respektiert, verbunden mit Menschen und nicht-menschlicher Natur?

Wo befindest du dich im Rad der Diskriminierungen und Privilegierungen?

Wie alle Menschen hast du eine vielschichtige Position im Netz struktureller Diskriminierungen und →Privilegierungen.

Überblick worauf Diskriminierung beruht und welche Lebewesen davon betroffen sind. Zur ausführlichen Beschreibung der Grafik
Beispiele für soziale Kategorien, durch die Menschen als diskriminiert oder privilegiert verortet sein können. Zur ausführlichen Beschreibung
Überblick über verschiedene Formen von Diskriminierung zwischen Menschen. Zur ausführlichen Beschreibung

Fragen

  • Wodurch wirst du diskriminiert, wodurch bist du privilegiert?
  • Welche →sozialen Kategorien entfernen dich von gesellschaftlicher Teilhabe? Wo findest du dich eher im Zentrum?
  • Finde deine →Positionierungen im Rad der Diskriminierungen und Privilegierungen und überlege was darin fehlt um deine Erfahrungen abzubilden.
  • Welche Fragen, Gedanken und Gefühle dazu hast du gerade? Versuche Sie für dich auszudrücken.
  • Was fehlt in diesem Text und in den Grafiken? Was würdest du anders formulieren? Wir freuen uns über dein Feedback!

Zusammenfassung

Diskriminierungen und Privilegierungen sind allgegenwärtig in der Gesellschaft. Privilegierte Menschen erkennen das oft nicht, weil sie keine Einschränkungen erleben. Auf der anderen Seite kann die Belastung durch strukturelle Diskriminierung dazu führen, dass diskriminierte Menschen sich vor der Wahrnehmung der eigenen Betroffenheit schützen müssen.

Um zu verstehen, in welchen Hinsichten du diskriminiert wirst und in welchen Bereichen du privilegiert bist, kannst du dir Fragen stellen. Erlebst du Einschränkungen, weil Andere dich anhand von →Gender, →Race, →BeHinderung, Religion, Herkunft, →sozialer Klasse oder Alter in Gruppen einteilen? Welche Freiheiten und Lebensbedingungen erscheinen dir selbstverständlich? Haben alle Menschen dieselben Möglichkeiten oder sind es Privilegien? Eine Liste mit konkreten Fragen findest du unter Ja oder nein?

Manche unangenehme Situationen sind keine Diskriminierungen. Wenn Menschen beginnen ihre eigenen Privilegien zu erkennen, ist das oft mit unangenehmen Gefühlen verbunden – weil es bedeutet die eigene Beteiligung an strukturellen Diskriminierungen anzuerkennen. Dieser Lernprozess ist aber keine Diskriminierung, sondern die Voraussetzung für eine respektvolle Verbindung zwischen Menschen und anderem →Lebendigem.

Wenn du erkennen möchtest, ob du selbst diskriminierend handelst, kannst du auf folgende Anzeichen achten: Vergleichst du dich mit Anderen und bewertest sie dabei – zum Beispiel als weniger durchsetzungsfähig oder zu sensibel? Ordnest du dabei Andere verallgemeinernd als Stellvertreterne einer Gruppe ein – zum Beispiel als typisch Frau – oder nimmst du sie als Stellvertretis dieser Gruppe wahr – zum Beispiel als typisch schwul? Behandelst du andere Menschen und nicht-menschliches Lebendiges und deren Bedürfnisse als gleichwertig?

Deine Position im Netz struktureller Diskriminierungen und Privilegierungen ist so vielschichtig wie die gesellschaftlichen →Machtverhältnisse. Wenn du genauer überlegen möchtest, wie dich verschiedene Kategorie-Schubladen betreffen, versuche dich in den Grafiken Räder der Diskriminierung und Privilegierung zu verorten.

Informationen in einfacher Sprache

In diesem Text erklären wir: Wie kannst du herausfinden, ob du diskriminierst wirst? Wir erklären außerdem: Wie kannst du erkennen, ob du selbst diskriminierend handelst?

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