Gender-gerecht sprechen bedeutet:
Du sprichst alle Menschen an.
Zum Beispiel Menschen, die sagen:
Ich bin eine Frau.
Oder:
Ich bin keine Frau und kein Mann, sondern einfach nur ich.
Oder:
Ich bin ein Mann.
Hier erklären wir den Begriff →Gender.
Verschiedene Wege gender-gerecht zu sprechen
Es gibt verschiedene Ideen für gender-gerechte Sprache.
Weil Sprache sich verändert.
Du kannst immer neue gender-gerechte Worte ausprobieren.
Wir stellen hier verschiedene Wege vor.
Zum Beispiel das Gender-Sternchen.
Wie bei »Busfahrer*in«
Oder Wörter, die ohne Gender funktionieren.
Wie bei »Putzkraft«
Oder Sätze darüber, dass etwas ungerecht ist.
Zum Beispiel: »Männer bekommen mehr Geld für ihre Arbeit als andere Menschen.«
Hindernisse
Gender-gerechte Sprache kann auch barriere-frei sein.
Zum Beispiel mit Wörtern, die ohne Gender funktionieren.
Wie bei »Putzkraft«
Oder mit dem Gender-Sternchen.
Wie bei »Busfahrer*in«
Weil das schon viele Menschen kennen.
Begrüßen
Du kannst Menschen begrüßen, ohne Herr oder Frau zu sagen.
Statt Herr oder Frau kannst du den Vornamen sagen:
- »Hallo Ana Müller!«
- »Guten Tag Yuri Rosenberg!«
Oder einfach:
- »Guten Tag!«
- »Hallo!«
- »Sei gegrüßt!«
Oder, du kannst die Person begrüßen und nachfragen:
- »Seien Sie gegrüßt! Mein Name ist Kim Nelke. Sprechen Sie mich gerne mit Kim Nelke an. Wie darf ich Sie ansprechen?«
So kannst du mehrere Menschen begrüßen:
- »Liebe Leute!«
- »Guten Morgen euch allen!«
- »Hallo in die Runde!«
Andere Wörter als Sie oder Er
Die Wörter Er und Sie passen nicht für alle Menschen.
Zum Beispiel für Menschen mit einem anderen Gender als Mann oder Frau.
Oder Menschen ohne Gender.
Du kannst nicht wissen, welches Gender ein Mensch hat.
Du kannst aber freundlich nachfragen.
Oder: Du kannst über Menschen sprechen, ohne er oder sie zu sagen.
Du kannst den Vornamen benutzen:
- »Cal ist gestern nicht zum Treffen gekommen, weil Cal eine Ruhepause brauchte.«
Du kannst neue Wörter benutzen, die kein Gender haben.
Sie heißen Neo-Pronomen.
Es gibt zum Beispiel: ens, dey, hen und xier – statt sie oder er.
- »Cal ist gestern nicht zum Treffen gekommen, weil dey eine Ruhepause brauchte.«
Du kennst den Namen der Person nicht?
Dann kannst du »Person« oder »Mensch« sagen:
- »Die Person im Fahrstuhl hat gesungen.«
- »Der Mensch mit den blauen Haaren hat mich etwas gefragt.«
Oder du kannst neue Wörter benutzen.
Zum Beispiel die →ens-Endung.
Die ens-Endung passt für alle Menschen:
- »Dens Bus-Fahrens hat mir den Weg erklärt.«
Berufe und Gruppen von Menschen
Oft werden nur die Wörter für Männer benutzt:
- »die Bürger«
- »die Bauarbeiter«
- »der Lehrer«
- »der Kunde«
Viele Menschen werden so nicht angesprochen.
Das ist ungerecht.
Du kannst das Gender-Sternchen benutzen:
- »die Bürger*innen«
- »die Bauarbeiter*innen«
Oder du benutzt die Wörter Person und Mensch:
- »Die Person, die Kinder unterrichtet« oder »die Lehr-Person«
- »Die Menschen, die hier einkaufen« oder »die Kundschaft«
Oder du benutzt neue Wörter, wie die →ens-Endung:
Gesetze
Das Grundgesetz ist das wichtigste Gesetz in Deutschland.
Das Grundgesetz soll alle Menschen schützen.
Zum Beispiel vor ungerechter Behandlung.
Im Grundgesetz steht:
»Männer und Frauen haben die gleichen Rechte.«
Aber was ist mit Menschen, die keine Frauen oder Männer sind?
Zum Beispiel →intergeschlechtliche Menschen.
Oder →nicht-binäre Menschen.
Sie sagen: Ich bin ein Mann und eine Frau zugleich.
Oder: Ich bin kein Mann und auch keine Frau. Ich habe kein →Gender.
Diese Menschen werden nicht geschützt.
Wie kann das Grundgesetz alle Menschen schützen?
Auch Menschen ohne Gender?
Es kann sagen:
»Alle Menschen sind gleichberechtigt.«
Statt zu sagen:
»Männer und Frauen sind gleichberechtigt.«
Das Grundgesetz sagt auch:
»Kein Mensch darf wegen seiner Herkunft Nachteile haben.«
Aber was ist mit Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten?
Viele Menschen sterben auf dem Weg nach Deutschland.
Das Grundgesetz schützt diese Menschen nicht.
Wie kann das Grundgesetz Menschen schützen, die nach Deutschland flüchten?
Es kann sagen:
»Kein Mensch darf nationalistisch diskriminiert werden.«
Das heißt: Kein Mensch darf durch Staatsgrenzen ausgeschlossen werden.
Statt zu sagen:
»Niemand darf wegen seiner Heimat und Herkunft benachteiligt werden.«
Worum wird es hier noch gehen?
- Wörter, die diskriminierte Menschen stark machen
- Wörter für Menschen, die Vorteile in der Gesellschaft haben
- Redewendungen und typische Sätze
- Schimpfwörter
- Liebe & Sexualität
- Kultur und Medien: Musik, Kino, Theater, Bücher, Fernsehen, Zeitungen
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